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Kritik in der „Cuxhavener Allgemeine“ vom 26.August 2004 zum Konzert am 22. August 2004, geschrieben von Ingeborg von Dieken:

Eine musikalische Reise

Bläserqintett Hamburg-Osaka beeindruckte mit seinem Konzert in Cadenberge

Auf eine „Musikalische Reise durch Europa“ wurden die Besucher des dritten Konzerts der diesjährigen Cadenberger Musik- und Orgeltage mitgenommen; „Reiseleiter“ war das Bläserquintett Hamburg-Osaka, ein junges Ensemble, mit dem die Veranstalter, die Kirchengemeinde Cadenberge und der Kulturkreis Am Dobrock, einen hervorragenden  Griff getan haben.

Es musizierten Teruyo Takada, Flöte, Shino Nakamura, Oboe, Sigrid Rudl-Kujus, Klarinette, Katsuaki Ichikawa, Horn, sowie Lothar Palmer, Fagott.

Mozarts Ouverture zur „Zauberflöte“, vom Holzbläser-Ensemble flott und blitzsauber gespielt, das war für alle, die das Stück mit klassischem Orchesterklang im Ohr haben, eine originelle Programmeröffnung, an die Sigrid Rudl-Kujus, die in charmant-warmherziger Weise durch den Abend führte, zunächst die Vorstellung der einzelnen Instrumente anschloss.

Reizend, wie dabei von Taminos Zauberflöte bis zu Prokofieffs Katze aus „Peter und der Wolf“ Klangerinnerungen geweckt wurden. Wie lebendig und abwechslungsreich durch die individuellen Klangfarben der Stimmen der Ablauf eines von vielen Wiederholungen geprägten Stücks wird, erlebte man besonders bei Johann Pachelbels berühmten Kanon.

Sehr ansprechend wirkten die vier Sätze des Quintetts op.41 von Edward Moritz, mit einem klangdichten Andante zwischen locker-zwitscherndem Scherzo und fast exotischem Finale, in fabelhaftem Zusammenspiel gestaltet.

Nach Österreich und Deutschland war Tschechien dann eine Station der „Musikalischen Europareise“ mit einem Andante für Englischhorn und Bläserquartett von Antonin Reicha. Die zierliche Shino Nakamura blies ihr großes Soloinstrument mit makellosem Ansatz und wunderbar warmem Timbre, vom Ensemble einfühlsam begleitet und korrespondiert.

Interessant und eindrucksvoll war dann der Ausflug nach Italien mit „Petite offrando musicale“ von Nino Rota, der sonst hauptsächlich Filmmusiken schrieb. Dieses Kammermusikstück, neutönerisch, aber nicht atonal, witzig und elegant, enthält auch ein keckes Fugato, bei dem das Ensemble sein blitzblankes Zusammenspiel sehr effektvoll präsentieren konnte.

Zwei Tänze aus der „Suite Espagnole“ von Isaac Albéniz waren populäre Unterhaltung in gepflegten Klanggewand.

Ungarn schließlich war mit vier Sätzen vertreten, diese jedoch aus dem Frühbarock, die Ferenc Farkas in klangstarke und einfühlsame Bläsersätze gekleidet hat. Das Quintett Hamburg-Osaka spielte diese rhythmisch und klanglich funkelnden Stücke mit hinreißendem Schwung und gestochen-exakter Präzision, tänzerisch beschwingt, locker und leicht. Es war ein begeisterndes Musizieren mit Herz und Verstand.

Es gab eine originelle Zugabe: Ein japanisches Kinderlied „Polizeihund“, das „unsere drei als Kinder selbst gesungen haben“, so Sigrid Rudl-Kujus, und dem nun der Hornist Katsuaki Ichikawa einen Bläsersatz mit europäisch-amerikanischen Zügen verpasst hatte. Ein gelungener und erfrischender Konzertabend.

 

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E-Mail an das HAMBURG OSAKA ENSEMBLE